{"id":979,"date":"2020-07-10T10:05:08","date_gmt":"2020-07-10T10:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/?page_id=979"},"modified":"2025-09-03T13:15:37","modified_gmt":"2025-09-03T13:15:37","slug":"daith-piercing","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/daith-piercing\/","title":{"rendered":"Daith-Piercing \u2013 Wissen, wie&#8217;s geht"},"content":{"rendered":"<p>Beim Stechen eines Daith-Piercings ist der Name Programm, denn es sitzt an einer der empfindlichsten K\u00f6rperstellen: im ersten Knorpel der Ohrmuschel direkt \u00fcber dem Geh\u00f6rgang. Hier sollten nur erfahrene Piercer\/-innen ansetzen, sonst drohen Sch\u00e4den, die weit \u00fcber gew\u00f6hnliche Entz\u00fcndungen hinausgehen.<\/p>\n<h3>\u00dcberblick<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Name:<\/strong> Daith-Piercing<\/li>\n<li><strong>Wo wird es gestochen:<\/strong>an der Knorpelfalte direkt \u00fcber dem Geh\u00f6rgang<\/li>\n<li><strong>Kosten Piercing:<\/strong> 30 &#8211; 80 EUR<\/li>\n<li><strong>Art:<\/strong> Ohrpiercing<\/li>\n<li><strong>Heilungsdauer:<\/strong> 3-6 Monate<\/li>\n<li><strong>Schmerzen beim Stechen:<\/strong> schwer <\/li>\n<\/ul>\n<h2>Ursprung und Entwicklung dieser Piercing-Variante<\/h2>\n<p>Obwohl die Bezeichnung \u201eDaith-Piercing\u201c englisch wirkt, ist sie es nicht. Auch die walisische Vokabel daith (Reise) hat mit dieser Schmuck-Variante nur sinngem\u00e4\u00df zu tun. Der Name des Piercings <strong>leitet sich ab vom hebr\u00e4ischen Wort f\u00fcr Wissen<\/strong>, daath. Es entstammt der j\u00fcdischen Mystik und umschreibt eine von zehn M\u00f6glichkeiten, Erkenntnis zu gewinnen.<\/p>\n<p>So jedenfalls gab es eine Kundin des US-amerikanischen Body-Artists Erik Dakota an, als sie sich einen Stecker in die <i>Crus helicis<\/i> setzen lassen wollte. Zugleich versicherte sie ihm, dass ein Piercing an dieser Stelle <strong>gro\u00dfe Erfahrung voraussetzt<\/strong> \u2013 und der Begriff daher doppelt treffend w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die beiden kamen \u00fcberein, die Schmuck-Technik als Daith-Piercing ins Programm des K\u00fcnstlers aufzunehmen. Kurz darauf wurde sie erstmals im <i>Body Play Magazin<\/i> des <i>Modern Primitive<\/i>-Gr\u00fcnders Roland Loomis aka Fakir Musafar vorgestellt. Auf Basis seines Berichts etablierte sich das Daith-Piercing als eine der zahlreichen Varianten urbaner K\u00f6rperkunst.<\/p>\n<h2>Motivation f\u00fcr ein Daith-Piercing<\/h2>\n<p>Die Gr\u00fcnde, sich \u201edaithen\u201c zu lassen, k\u00f6nnen unterschiedlicher kaum sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Body-Art-Varianten hat dieses Piercing <strong>mehrere Bedeutungen<\/strong>. Eine davon geht weit \u00fcber seinen Schmuck-Charakter hinaus:<\/p>\n<p>Das Durchstechen des Innenohr-Knorpels <strong>soll gegen Kopfweh und Migr\u00e4ne-Attacken helfen<\/strong>, denn genau auf der Crus helicis sitzt ein sogenannter Druckpunkt. Wird er gezielt gereizt, produziert der K\u00f6rper <strong>Botenstoffe, die Schmerzen lindern und entspannend wirken<\/strong>.<\/p>\n<p>Den Beweis, dass sich dieser Effekt durch ein Daith-Piercing manifestiert, kann niemand liefern. Wissenschaftliche Studien dazu existieren nicht und nach den Lehren der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das Durchstechen von Akupressur- und Akupunktur-Punkten <strong>sogar kontraproduktiv<\/strong>.<\/p>\n<p>Doch die meisten haben ohnehin eine andere Motivation, sich \u201edaithen\u201c zu lassen. Sie lassen sich das Ohr nicht zum Zweck der Heilung piercen \u2013 sondern als <strong>Ausdruck individueller \u00c4sthetik<\/strong>. F\u00fcr sie ist Schmuck in der Crus helicis eine von <a href=\"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/piercingarten\/\">vielen M\u00f6glichkeiten<\/a>, den K\u00f6rper durch Punchen oder Stechen zu betonen.<\/p>\n<h2>So entsteht ein Daith-Piercing<\/h2>\n<p>Ein Daith-Piercing ist jedoch <strong>nicht bei jeder Person m\u00f6glich<\/strong>. Das Knorpelgewebe, durch das gestochen wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt \u2013 und mitunter so fest, dass das Piercen erh\u00f6hte Risiken birgt. Dar\u00fcber hinaus verlaufen zahlreiche Nerven durch die <i>Crus helicis<\/i>, die beim Einsetzen von Schmuck besch\u00e4digt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden darf beim Daith-Piercing <strong>auf keinen Fall eine Ohrloch-Pistole<\/strong> zum Einsatz kommen. Sie w\u00fcrde das feste Gewebe quetschen oder den Knorpel splittern lassen. Der\/die Body-Artist entscheidet nach Dicke und Struktur des Knorpels, ob eine gew\u00f6hnliche Piercing-Nadel oder ein Dermal-Punch geeigneter ist.<\/p>\n<p>Beim Stechen geht er\/sie genauso vor wie bei jedem anderen Piercing: Der zu schm\u00fcckende Bereich wird <strong>desinfiziert<\/strong>, die Einstichstelle <strong>markiert<\/strong> und unter hohem Druck mit der ausgew\u00e4hlten Spezial-Nadel <strong>durchsto\u00dfen<\/strong>.<\/p>\n<p>Durch die Besonderheit des Gewebes verursacht ein Daith-Piercing <strong>verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig starke Schmerzen<\/strong>. Das Empfinden ist jedoch individuell, sodass pauschale Aussagen unzul\u00e4ssig sind. Au\u00dferdem nimmt das \u201eDaithen\u201c nur wenige Sekunden in Anspruch, sodass der Reiz aushaltbar ist.<\/p>\n<h2>Schnellere Heilung durch angepasste Pflege<\/h2>\n<p>Auch die Heilung des Piercings wird durch die besondere Stelle am Ohr beeinflusst. Im Gegensatz zu Hautgewebe braucht Knorpel l\u00e4nger, um sich zu regenerieren. Der Prozess nimmt <strong>bis zu sechs Monate<\/strong> in Anspruch. W\u00e4hrenddessen sollte ausschlie\u00dflich der medizinische Stecker verwendet werden, den der\/die Body-Artist beim Piercen eingesetzt hat.<\/p>\n<p>Es ist normal, wenn das Ohr bzw. der Stech-Bereich unmittelbar nach dem Eingriff <strong>anschwillt, warm wird oder pocht<\/strong>. Nur, wenn diese Beschwerden l\u00e4ngere Zeit anhalten, besteht Grund zur Sorge. Auch beginnende <strong>Entz\u00fcndungen<\/strong>, <strong>allergische Reaktionen<\/strong> oder unklare <strong>Pigmentst\u00f6rungen<\/strong> sollten durch die ausf\u00fchrenden Piecer\/-innen kontrolliert werden.<\/p>\n<p>Zur Pflege des Stichkanals empfehlen sich folgende Verhaltensregeln:<\/p>\n<ul>\n<li>Den Piercing-Stecker <strong>nur mit gereinigten und desinfizierten H\u00e4nden ber\u00fchren<\/strong> und weder herausnehmen noch wechseln.<\/li>\n<li>Die unmittelbare Umgebung des Piercings, vor allem aber den Stichkanal <strong>dreimal t\u00e4glich desinfizieren<\/strong>.<\/li>\n<li>Eventuell entstehende <strong>Krusten<\/strong> mit einem Wattest\u00e4bchen und warmem Kamillen-Aufguss <strong>l\u00f6sen<\/strong>.<\/li>\n<li>Das Daith-Piercing in den ersten Tagen <strong>vor Kontakt mit Pflege-Produkten<\/strong> wie Seife, Shampoo oder Haarspray <strong>sch\u00fctzen<\/strong>.<\/li>\n<li>In den ersten zwei Wochen nach dem Stechen <strong>keine Schwimmbad-, Sauna- oder Solaruims-Besuche planen<\/strong>. Von Sportarten, die Verletzungsrisiken am Ohr bergen, ist ebenfalls abzusehen. Dazu geh\u00f6ren auch \u201eleichte\u201c Bet\u00e4tigungen wie Ballspiele oder Turnen.<\/li>\n<li>Beim Tragen von M\u00fctzen, Schals oder T\u00fcchern achtgeben, dass der Piercing-Stecker <strong>nicht h\u00e4ngenbleibt<\/strong>.<\/li>\n<li>Das gestochene Ohr <strong>im Liegen hohl lagern<\/strong> bzw. auf der anderen K\u00f6rperseite oder in R\u00fcckenlage schlafen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Erst, wenn das Daith-Piercing vollkommen abgeheilt ist, darf der Schmuck gewechselt werden. Zur Auswahl stehen Ball Closure Ringe oder Barbells, aber auch sogenannte Haertilages \u2013 herzf\u00f6rmig gebogene Ringe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Stechen eines Daith-Piercings ist der Name Programm, denn es sitzt an einer der empfindlichsten K\u00f6rperstellen: im ersten Knorpel der<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-979","page","type-page","status-publish","hentry","comments-off"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=979"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/979\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":981,"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/979\/revisions\/981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dich-mit-stich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}