Das Bauchnabelpiercing

Bauchnabelpiercing – Das sollten Sie wissen!

Ein Bauchnabelpiercing wird meist von Frauen getragen und ist an verschiedenen Stellen rund um den Bauchnabel möglich. Am weitesten verbreitet ist jedoch das Piercing am oberen Rand des Nabels. Alle wichtigen Informationen über diese besondere Form des Piercings gibt es hier.

Geschichtlicher Hintergrund

Das Schmücken des Bauchnabels für rituelle Zwecke war bereits in der Antike sehr weit verbreitet. Das Bauchnabelpiercing weist jedoch keine nennenswerten historischen Hintergründe auf. Warum oft angegeben wird, dass Nabelpiercings bereits im alten Ägypten weit verbreitet waren, ist ungewiss. Fakt ist, dass sich das Piercing vor allem in den 1990er Jahren stark etabliert hat. Durch die weite Verbreitung der Popkultur in dieser Zeit gewann das Bauchnabelpiercing einen immer größeren Bekanntheitsgrad.

Das Bauchnabelpiercing hat heutzutage fast denselben Stellenwert wie das Brustwarzenpiercing und ist ebenso weit verbreitet. Im Gegensatz zu anderen Piercings im Gesichtsbereich, kann das Bauchnabelpiercing schnell mit Kleidung verdeckt werden.

Das Stechen

Bauchnabelpiercings werden in den meisten Piercing- oder Tattoostudios angeboten. Der besondere Schmuck kann je nach Geschmack an unterschiedlichen Stellen rund um den Bauchnabel eingesetzt werden.

In manchen Fällen kann es sein, dass ein Stechen aufgrund der Form des Bauchnabels nicht möglich ist, da das Piercing nicht richtig sitzen, schlecht abheilen oder einfach nur unschön aussehen würde.

Das Stechen wird meist im Liegen durchgeführt, um dem Piercer die Arbeit zu erleichtern und etwaigen Kreislaufprobleme entgegenzuwirken. Ähnlich wie bei anderen Piercings wird auch beim Bauchnabelpiercing zuerst die Ein- und Ausstichsstelle markiert und desinfiziert. Danach wird diese mit einer Piercing-Klemme zusammengehalten und mit einem peripheren Venenkatheter durchstochen. Die Schmerzen sowie das Bluten halten sich in Grenzen.

Schmuck

Die Wahl der Piercingschmuckstücke ist sehr vielfältig, da es jedes Schmuckstück in allen möglichen Farben und Formen gibt. Der Großteil des Schmuckes besteht aus Gold, Silber oder Platin. Falls Probleme mit bestimmten Steckern vorherrschen, werden außerdem PTFE empfohlen, die weich, beweglich und vor allem allergiegetreu sind. Darunter zählen zum Beispiel Stahl, Titan oder auch Gold.

Curved Barbell und Ringe

Dieser Schmuck zählt zu den beliebtesten und besteht aus zwei unterschiedlich großen, aufschraubbaren Kugeln. Meist befinden sich am Ende der Form kleine Figuren, Perlen oder Steine. Der geschwungene Stift in Bananenform besteht überwiegend aus Stahl oder Titan. Die „Banane“ wird daher in den Bauchnabel gepierct, sodass beide Enden zu sehen sind. Der Stab verschwindet in den meisten Fällen fast ganz in der Haut.

Von einem Ball Closure Ring, auch Klemmkugelring genannt, wird als Anfangspiercing abgeraten, da bei diesem eine höhere Infektionsgefahr besteht.

Kugel oder Spirale

Neben der Curved Barbell gibt es noch Spiralen und Kugeln. Letztere werden gerne mit kleinen Steinen oder Mustern getragen.

Warnung vor Billigschmuck: Dieser ist oftmals schädlich für die Gesundheit, da viele Produkte Nickel oder Eisen enthalten.
Die Heilung

Das Bauchnabelpiercing zählt zu den Piercings, die für eine komplette Heilung sehr lange benötigen. Durch die ständigen Bewegungen dauert es oft relativ lange, bis die Wunde verheilt ist. Auch durch Kleidung ist die Wunde starken Reizungen ausgesetzt, deshalb ist eine intensive Pflege eines Bauchnabelpiercings das Um und Auf.

Die Heilung / Heilungdauer

Wie lange die Heilung nun wirklich dauert, hängt von den oben beschriebenen Faktoren ab. In den meisten Fällen dauert es bis zu sechs Monate, bei zu starker Belastung kann eine Heilung schon einmal ein Jahr dauern.

Es ist ratsam, das Piercing bis zur vollständigen Heilung nicht auszuwechseln.

Variationen

Meist wird ein Bauchnabelpiercing entweder ober- oder unterhalb des Bauchnabels gestochen. Die vorhandene Hautfalte oberhalb des Nabels eignet sich sehr gut.

Neben den üblichen Piercings gibt es außerdem die Möglichkeit, sich das Piercing entweder links oder rechts vom Bauchnabel stechen zu lassen – auch Oberflächenpiercing genannt. Dieses wird in die oberste Hautschicht gleich neben dem Bauchnabel gestochen.

Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft?

Prinzipiell ist ein Bauchnabelpiercing während der Schwangerschaft möglich, jedoch mit gewissen Risiken verbunden. Probleme werden meistens nur dann verursachen, wenn das Piercing relativ frisch ist. So kann die Gefahr bestehen, dass das Loch reißt, sobald der Bauch wächst. Ist das Piercing aber schon länger als ein Jahr vorhanden, ist die Wahrscheinlichkeit um einiges geringer, dass die Haut Schaden erleidet. Sich während der Schwangerschaft piercen zu lassen ist aber tabu!

Da der Körper während einer Schwangerschaft anfälliger für Allergien und Entzündungen ist, muss sehr viel Wert auf Hygiene gelegt werden. Vor allem eincremen ist sehr wichtig, damit die Haut rund um das Piercing elastisch bleibt. Auf unreines Material in Piercings sollte, wenn möglich verzichtet werden. Lieber auf reines Metall wie Titan zurückgreifen, denn diese können bis zur fünften Woche getragen werden.

Damit es zu keinen Komplikationen mit dem schnell wachsenden Babybauch kommt, eignen sich flexible Kunstoffpiercings. Diese sind unter dem Begriff „Schwangerschaftspiercing“ bekannt und können beim Tätowierer und in seriösen Onlineshops gekauft werden.