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Piercing-Ratgeber

Lippenpiercing

Das Lippenpiercing, auch Labret Piercing genannt, ist das zweithäufigste Piercing, das im Gesicht durchgeführt wird. Es hat in vielen Kulturen…

Lippenpiercing
Auf einen Blick

Lippenpiercing in 20 Sekunden

4 Min. Lesezeit
Sitzt an
  • Lippe
  • Meist Unterlippe
  • Mundbereich
Tradition
  • Afrika
  • Süd-Amerika
  • Alaska
  • Religiöser Brauch
Vorher klären
  • Vorgespräch
  • Seriöses Studio
  • Wirkung im Alltag

Das Lippenpiercing, auch Labret Piercing genannt, ist das zweithäufigste Piercing, das im Gesicht durchgeführt wird. Es hat in vielen Kulturen eine sehr lange Tradition wie zum Beispiel in Afrika, Südamerika oder in Alaska. Bei einigen Völkern ist das Schmücken der Unterlippe sogar ein religiöser Brauch. In einigen Ländern wird das Lippenpiercing als Ehering verwendet.

Überblick

  • Name: Lippenpiercing
  • Wo wird es gestochen: an der Lippe
  • Kosten Piercing: 20 – 100 EUR
  • Art: Mundpiercing
  • Heilungsdauer: 6-8 Wochen
  • Schmerzen beim Stechen: leicht

Motivation des Piercings

Hierzulande wird das Lippenpiercing verwendet, um das Gesicht zu schmücken. In anderen Regionen (siehe oben) hat es dagegen auch religiöse Bedeutungen.

Vor dem Stechen

Bevor man sich für ein Lippenpiercing entscheidet, lohnt sich ein kurzes Vorgespräch im Studio. Dabei kann man allgemeine Fragen zur Vorbereitung stellen und ansprechen, ob es Besonderheiten gibt, die vor dem Termin zu beachten sind. Wer unsicher ist, sollte lieber einmal mehr nachfragen als etwas offen zu lassen.

Hilfreich ist es auch, sich vorher bewusst zu machen, wie das Piercing im Alltag wirken soll und ob man mit der späteren Pflege und der Heilungszeit gut zurechtkommt. So fällt die Entscheidung meist leichter.

So wird das Piercing gestochen

Für erfahrene Piercer ist ein Lippenpiercing Routine und schnell erledigt. Wenn der Vorgang richtig gemacht wird, treten beim Einstich selber auch kaum Schmerzen auf. Natürlich bleiben diese nie komplett aus, lassen sich aber durch eine richtige Technik reduzieren. Vor dem Einstich reinigt der Piercer die Lippe und desinfiziert sie. Dadurch entfernt er alle vorhandenen Schmutzpartikel und Bakterien. Wenn er die Einstichstelle nicht im Vorfeld desinfiziert, können diese in die Wunde gelangen und zu Entzündungen und Infektionen führen.

Als Nächstes legt der Piercer einen Wattebausch an die Zähne des Kunden. Dann bringt er die Lippe mit seinen Fingern leicht auf Zug und sticht das Loch mit einer (sauberen und ebenfalls desinfizierten) Kanüle ein. Im Anschluss muss er noch ein zuvor ausgewähltes Schmuckstück einsetzen, um zu verhindern, dass die Wunde sich wieder komplett von alleine schließt.

Studio- und Qualitätscheck

Ein seriöses Piercing-Studio erkennt man vor allem an einer sauberen Arbeitsweise und einer verständlichen Erklärung des Ablaufs. Wichtig ist außerdem, dass Fragen ruhig beantwortet werden und man nicht das Gefühl hat, zu einer schnellen Entscheidung gedrängt zu werden.

Auch der allgemeine Eindruck zählt: Wirkt der Bereich ordentlich, wird hygienisch gearbeitet und gibt es klare Hinweise zur Pflege, ist das meist ein gutes Zeichen. Bei Unsicherheiten sollte man lieber ein anderes Studio vergleichen.

Gesundheitliches Risiko

Ganz grundsätzlich kann sich ein Lippenpiercing entzünden oder es wächst ein. Ein guter Piercer klärt den Kunden in einem Vorgespräch gründlich über alle möglichen Risiken auf. Zudem gibt er ihm auch Tipps mit an die Hand, wie er das Piercing am besten pflegt. Denn so lassen sich viele Komplikationen vermeiden. Die Risiken des Labret Piercings sind recht überschaubar. Denn der Einstich erfolgt nicht direkt über einer Nervenbahn oder Blutgefäßen. Dennoch kann es auch hier einige Probleme geben. Zum Beispiel dann, wenn der Piercer sich nicht an die Hygienevorschriften hält. Denn dann können Bakterien und andere Krankheitserreger in die Wunde gelangen und es können Entzündungen entstehen.

Im schlimmsten Fall ist sogar eine Blutvergiftung die Folge. Zudem besteht auch das Risiko, dass die Wunde durch die Entzündung eitert. Um das zu verhindern, sollte nach einem Piercer gesucht werden, der gewissenhaft und hygienisch arbeitet. Denn dadurch lassen sich viele gesundheitliche Risiken minimieren.

Schmerzen

Das Schmerzempfinden ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Beim Lippenpiercing verspüren einige Kunden einen eher dumpfen Schmerz, andere berichten dagegen von einem nur sehr kurzen und scharfen Schmerz. Grundsätzlich lässt sich daher sagen, es tut weh, aber der Einstich wird unterschiedlich empfunden.

Heilung & Pflege

Das Lippenpiercing sollte nach sechs bis acht Wochen komplett abgeheilt sein. Nach Anweisungen des Piercers zur Pflege wird es in dieser Zeit regelmäßig desinfiziert. Den Schmuck dabei möglichst nicht drehen oder hin- und herschieben: Das reizt den frischen Stichkanal, ist schmerzhaft und kann Keime in die Wunde tragen. Die Sorge, das Piercing könne sonst anwachsen, ist unbegründet.

Um die Heilung zu beschleunigen, sollten in dieser Zeit auch möglichst keine Gesichtscremes und anderen Make-up-Produkte in unmittelbarer Nähe der Wunde aufgetragen werden. Denn diese Mittel könnten unter Umständen das Infektionsrisiko erhöhen. Denn die Wunde schließt sich langsamer, wenn ein solches Produkt in sie eindringt. Das gilt es natürlich zu vermeiden, denn dann dauert natürlich auch die komplette Heilung länger.

Pflege im Alltag

Im Alltag ist ein sorgfältiger Umgang mit dem Schmuck wichtig. Man sollte möglichst sauber arbeiten und unnötiges Berühren vermeiden. Wenn die Stelle gereizt wirkt oder sich ungewöhnlich verändert, ist es sinnvoll, das aufmerksam zu beobachten und bei Bedarf nachzufragen.

Auch beim täglichen Ablauf hilft es, die Region rund um die Lippe nicht unnötig zu belasten. Je ruhiger und vorsichtiger man damit umgeht, desto angenehmer kann die Heilungsphase verlaufen.

Zusammenfassung

Das Lippenpiercing ist ein auffälliges Piercing mit langer Tradition. Der Einstich wird meist als eher kurz und gut aushaltbar beschrieben, trotzdem spielt der richtige Ablauf eine wichtige Rolle. Vor dem Stechen sollte man sich über Studio, Ablauf und Pflege informieren, damit keine offenen Fragen bleiben.

Wichtig sind außerdem Sauberkeit, Geduld in der Heilungszeit und ein vorsichtiger Umgang im Alltag. Wer bei Pflege oder Heilung unsicher ist, sollte lieber nachfragen, statt etwas zu riskieren.

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