Das Mandala Tattoo und seine Bedeutung

Das Mandala Tattoo – Bedeutung, Kunst und Herkunft

Mandalas – Die hohe Kunst der Symmetrie

Tattoos sind Ausdruck eines Lebensgefühls. Ganz gewiss, ja! Denn für die meisten Tattoo-Freunde sind sie mehr als nur eine Jugendsünde, eine unbedachte Momentaufnahme oder eine nett anzusehende Malerei auf der Haut.

Allein wegen ihrer meist tieferen Bedeutung sind sie längst etwas Besonderes und im Idealfall hält ihre Frist bis dass der Tod Träger und Motiv scheidet.
Je nach Zeitgeist gibt es bei den Darstellungen der beliebten Körperkunstwerke immer wieder unterschiedliche Trends. Die Vielfalt ist unendlich groß und erfreut sich ständig neuer Ideen. Tribals, Portraits oder ganz aktuell Mandalas – die kreative Welt der Tätowierungen hört nicht auf zu wachsen.

Herkunft

Die Abbildung von Mandalas ist schon einige Jahrtausende alt. Indianer und Inkas haben zum Beispiel bereits die runden Muster auf Felsen gezeichnet. Ihren Ruhm erlangten die Mandalas dann in den fernöstlichen Ländern, denn mit dem Buddhismus und dem Hinduismus wurden sie gleichfalls auch zum Meditationsobjekt und speziell auch für religiöse Rituale eingesetzt. Dort ist ihre Darstellung und Verwendung nach wie vor sehr verbreitet. Auch in der christlichen Religion wurden sie vor allem im Mittelalter für die Kirchenmalerei genutzt.

Bedeutung

Das Wort Mandala stammt aus dem Sanskrit und steht für Kreis, um den sich alles dreht. Bildlich gesehen ist ein Mandala ein Schaubild, bestehend aus verschiedenen Formen, Figuren oder Wesen. Alles konzentriert sich dabei um den Mittelpunkt. Von diesem Zentrum ausgehend baut sich ein Gesamtbild auf. Am bekanntesten ist wohl das Motiv der „Blume des Lebens“. Insgesamt 19 Kreise ergeben hier ein komplettes Blüten-Mandala. Weil Mandalas meistens eine religiöse Bedeutung haben, spricht man auch von „heiliger Geometrie“.

Ein Mandala ist meistens rund oder quadratisch. In dieser jeweiligen geometrischen Form werden dann abstrakte Wesen, Ornamente, Tiere oder religiöse wie esoterische Symbole integriert, sodass am Ende auch eine psychologische Bedeutung entsteht. Auf den ersten Blick ist nicht immer sofort alles erkennbar für den staunenden Betrachter.
Einige Komponenten finden sich immer wieder in Mandalas und werden auch jetzt noch häufig verwendet. So steht der Kreis etwa oft für die Seele oder das Universum. Ein eingearbeitetes Dreieck steht oftmals für die Vereinigung von positiven und negativen Elementen. Das Viereck steht meist für die vier Himmelsrichtungen und symbolisiert Stärke. Auch Zahlen finden sich in Mandalas wieder und tragen einen tieferen Sinn in sich. Die Zahl eins kann beispielsweise für Gott oder das menschliche Individuum stehen, die Zahl acht für Gleichgewicht und Harmonie, die Zahl fünf steht für Liebe und die innere Mitte.
Jedes Mandala ist anders gefüllt. Die Verwendung des Auges wird sehr oft verwendet und bedeutet im Buddhismus „Gottesauge“ oder „Inneres Ich“. Das Rad wiederum ist Symbol für Motivation und Elan, die Blume steht sinnbildlich für Anmut.

Bei Tätowierungen werden oft blütenähnliche Mandalas bevorzugt. Sie bestechen durch ihre detailreichen Muster und die Schönheit ihrer Regelmäßigkeit. Beliebte Körperpartien sind Rücken und Wirbelsäule, auf deren großer Fläche das Mandala sehr akkurat ausgestochen werden kann und die Gleichmäßigkeit des Musters besonders gut zum Vorschein kommt. Die meisten Tattoo-Liebhaber lassen sich die harmonischen Abbilder im Traditional- oder Neo-Traditional-Stil stechen. Dabei wird ausschließlich mit schwarzer Tinte gearbeitet; derbe schwarze Konturen und viele Schattierungen sind charakteristisch dafür.

Warum ein Mandala-Tattoo?

Mandalas sind sehr gefragt, weil sie tiefgründig und zeitlos sind. Wer sich für ein Mandala-Tattoo entscheidet, für den ist wahrscheinlich auch der spirituelle Aspekt wichtig. Mittlerweile sind Mandalas aber längst auch für Ungläubige und Nicht-Religiöse ein begehrtes Motiv. Inzwischen haben sich viele Tätowierer auf das Stechen von Mandalas spezialisiert. Sie werden oft in Dotwork gestochen, das heißt also, auf Linienzeichnung wird verzichtet, stattdessen sticht man Punkt für Punkt. Diese Art des Tätowierens erfordert eine hohes Maß an Konzentration, denn die Symmetrie des Mandalas verzeiht keine Fehler. Das Motiv sollte auch Jahrzehnte später und im Alter noch erkennbar und lesbar sein, deswegen sind sehr gute Kontraste zwischen den nicht-tätowierten Hautstellen und den schwarzen Linien absolut notwendig. Experten raten deshalb dazu, nicht zu fein zu arbeiten. Gern wird für das Stechen von Mandalas der Blackwork-Stil gewählt. Es wird nur mit schwarzer Tinte direkt unter der Hautfarbe gearbeitet und auf Graustufen wird gänzlich verzichtet. Bei anspruchsvollen Körperstellen wie Schulterkuppe und Armbeuge muss sehr präzise gearbeitet werden, um keine Verzerrungen zu erhalten.