Skull Tattoo, auch Totenkopf-Tattoo genannt.

Skull Tattoos – Sinn und Herkunft

Totenschädelromantik und Vergänglichkeit

Totenschädel (en. Skull) und andere Knochenteile haben in der Geschichte der Menschheit eine lange kultische Tradition. Doch eine Bedeutung des Totenkopfes entwickelte sich besonders in der westlichen Kultur. Im Zeitalter der Piraten spielte seine Symbolik plötzlich eine ganz andere Rolle. Der Jolly Roger trat auf den Plan. Auch später noch wurde der menschliche Totenschädel als militärisches Symbol verwendet, so von den Totenkopfhusaren des deutschen Kaiserreichs oder den SS-Totenkopfverbänden im Dritten Reich. Als etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts Tattoos immer größere Beliebtheit gewannen, entwickelten sich dort die typischen Tattoo Motive, wie sie heute noch populär sind. Darunter der Totenkopf. Der gerne auf Hand, Ober- und Unterarm und anderen Körperteilen getragen wurde und wird. Im 21. Jahrhundert ist er längst in der Popkultur angekommen und wird oft nur unter ästhetischen Aspekten betrachtet.

Ursprung

Bereits auf römischen Wandmosaiken kam der Totenkopf als Stillleben-Element vor. Durchaus in der Funktion eines Vanitas Motivs. Ab dem abendländischen Mittelalter besaß er seine bis heute erhaltene Bedeutung als einem Symbol der Vergänglichkeit und des Todes. Zu der Zeit des Barocks kam der Mahnung an die Vergänglichkeit neuer Sinn zu. Der 30. Jährige Krieg hatte Mitteleuropa verwüstet und man lebte von Tag zu Tag mit dem Wissen sehr bald sterben zu können. In anderen Kulturen, wie der mexikanischen war die Entwicklung eine andere. Christliche Kulte vermischten sich mit heidnischen und heute noch hat der Tod dort eine eher positive Bedeutung. Erkennbar an La Catrina- oder Sugar Skull-Motiven. Diese haben ihren Ursprung am Tag der Toten, die zu dieser Zeit mit einem großen Fest geehrt werden.

Bedeutung

Um die Bedeutung des Motivs besser fassen zu können, ist es wichtig die Ambivalenz an Bedeutungen des Todes in den unterschiedlichsten Kulturen in unterschiedlichen Epochen zu verstehen.

Im Christentum war/ist das diesseitige Leben ein Ort der ständigen Versuchung, der Sünde, voll von Krankheiten und Seuchen. Ziel eines guten Christen ist es ein tugendhaftes und möglichst Laster freies Leben zu führen, um der Hölle und dem Fegefeuer zu entkommen und das Himmlische Jerusalem betreten zu dürfen. Der Totenkopf ist hier ein Ausdruck entweder der Trauer oder ein moralisches Mahnmal der Vergänglichkeit allen irdischen Lebens. Hieraus entstand die Vanitas Symbolik (lat. etwa „leerer Schein, Vergeblichkeit) und das Memento Mori (lat. „Sei dir der Sterblichkeit bewusst) des Barock.

In fernöstlichen und z.B. alt germanischen Kulturen hat der Tod keine Endgültigkeit. Die Welt ist zyklisch, alles kehrt zurück und auf den Tod folgt das Leben. Die Konzentration liegt dort vielmehr auf der Diesseitigkeit des Lebens und das Leben im Augenblick. Besonders in Buddhismus und Daoismus ist das augenblickliche Leben und ein Präsent-Sein im Hier und Jetzt sehr wichtig. Diese Perspektive auf Dasein und Welt schlich sich somit auch in die Bedeutung der Skull Tattoos ein. Und so entstanden verschiedene Dualismen. Die oben genannte Dualität von Schönheit und Verfall, Gut und Böse die Dualität von Leben und Tod oder Yin und Yang.

Ein dritte Bedeutungsebene kommt hinzu. Der Totenkopf ist auch ein Gefahrensymbol. Einerseits in der Chemie. Andererseits setzt Militär bis in unsere Tage Totenköpfe mit gekreuzten Knochen ein. Die Totenkopfhusaren der preußischen Armee trugen ihn auf einer Pelzmütze. Gemeint war, dass vom Feind kein Pardon akzeptiert wird und der Husar selbst gnadenlos mit seinen Gegnern ist. Die SS war eine exekutive Macht im nationalsozialistischen Deutschland. Ihr Totenkopfverband organisierte den Holocaust. Der Black Jack (Jolly Roger) der Piraten des 17. bis 19. Jahrhunderts verwendeten Variationen dieser Motivik als eine Androhung eines grausamen Todes, sollten die Gekaperten den Piraten nicht freie Hand lassen. Heute wird diese Flagge von der britischen Marine als Zeichen des Triumphes gebraucht.

Das Totenkopftattoo

ist aufgeladen mit Bedeutung. Vorlagen für ein eigenes, individuelles Skull Tattoo existieren unzählige. Der symbolische Sinn hat bereits eine ganze Menschheitsgeschichte hinter sich gebracht und mit der Begründung des westlichen Tattoo Kults in der Moderne wurde es schnell zu einem beliebten Motiv, das gerne auf dem Arm getragen wird. In unserer Popkultur muss der Totenschädel keine bestimmte Bedeutung haben, er darf einfach schön aussehen. Andere Menschen verbinden mit ihm Erinnerung, Mahnung, Schmerz oder Drohung. Wieder andere sehen ihn als Glücksbringer. Selten steht der Schädel allein für sich. Häufig wird er von Rosen, Schlangen, Mode Accessoires, Zigaretten, schönen Frauen und weiteren Zeichen und Symbolen, sowie Schrift kombiniert.