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Die wichtigsten Punkte kurz und verständlich zusammengefasst.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet…
Immer häufiger sind sie heutzutage zu sehen – Tätowierungen. Was früher als Stigma für Strafgefangene oder Seefahrer galt, ist heute fast gang und gäbe. Nach einer repräsentativen Befragung der Universität Leipzig aus dem Jahr 2016 ist etwa jeder fünfte Deutsche tätowiert. Doch was ist, wenn das Motiv nicht mehr gefällt oder die Liebelei, die die Tätowierung der Welt zeigen sollte, endet?

Heutzutage gibt es diverse Möglichkeiten, das ungeliebte Tattoo entfernen zu lassen. Nachfolgend sollen einige Verfahren zur Tattoo-Entfernung vorgestellt und Informationen genannt werden:
Methoden ohne Lasereinsatz
Möchte man sein Tattoo wegmachen lassen, so gibt es diverse Methoden, die einem zur Auswahl stehen.
Übertätowieren
Besteht weiterhin eine Affinität zu Tätowierungen, kann das nicht mehr gewollte Tattoo einfach überstochen werden. Dabei können ganz neue Motive hervorkommen oder das vorhandene Tattoo in ein neues eingebunden werden. Vorteilhaft an dieser Methode ist, dass man lediglich die Ausgaben für ein neues Tattoo aufwenden und keine langwierigen Entfernungsprozeduren über sich ergehen lassen muss. Als Nachteil kann angesehen werden, dass die Tätowierung in der Regel größer wird als vorher und man immer noch ein Tattoo hat.
Dermabrasion (Hautabschleifung)
Bei der Dermabrasion werden die oberen Hautschichten mittels eines Sandstrahlgerätes abgeschliffen oder per Fräse abgefräst. Für diese Art der Tattoo-Entfernung besteht jedoch ein erhöhtes Narbenrisiko nach der Behandlung. Zudem ist eine örtliche Narkotisierung an der behandelten Stelle nötig, da diese nicht unerhebliche Schmerzen hervorrufen kann.
Diathermie (Strombehandlung)
Möchte man sein Tattoo wegmachen lassen, indem man eine Diathermie anwenden lässt, so werden elektrische Impulse in die Haut gebracht. Diese erzeugen Hitze, wodurch sich der Farbstoff der Tätowierung auflöst. Da durch den Stromreiz auch umliegende Gewebeteile „verbrannt“ werden, sterben diese ab und werden zusammen mit den Pigmenten abgestoßen. Die Haut regeneriert sich von innen neu und bildet neue Hautschichten. Das Risiko der Narbenbildung ist bei dieser Methode jedoch äußerst hoch – ebenfalls ist eine örtliche Narkose vonnöten. Starke Schmerzen bei der mehrmonatigen Wundheilung sind nicht selten, da auch ein großer Teil an unbeteiligtem Gewebe geschädigt wird.
Chemisches Peeling
Das chemische Peeling ähnelt dem Grunde nach der Dermabrasion. Hierbei werden die Hautschichten jedoch nicht auf mechanische Art entfernt, sondern durch Auftragen von Chemikalien. Durch das Abschälen der Epidermis werden die Farbpigmente freigelegt, die anschließend durch Anwendung von Wasser, Sandstrahl oder anderen Chemikalien entfernt werden. Die Vor- und Nachteile dieser Entfernungsmethode sind ähnlich denen der Hautabschleifung.
Exzision (operativer Eingriff)
Soll nur ein kleines Tattoo entfernt werden, so könnte die Exzision infrage kommen. Dabei wird die Tätowierung mittels operativen Eingriffs entfernt – die Wunde anschließend sofort verschlossen. Eine komplette Entfernung kann hierbei nahezu ausnahmslos gewährleistet werden, jedoch ist diese Methode nicht an allen Körperregionen anwendbar. Des Weiteren handelt es sich hierbei um eine richtige OP, welche, wie immer, ein gewisses Risiko birgt und unerwünschte Folgen nach sich ziehen kann.
Lasertherapie
Der am häufigsten begangene Weg, sein Tattoo entfernen zu lassen ist jedoch die Lasertherapie, da sie als besonders wirksam gilt und die Haut in der Regel weniger belastet als abtragende Verfahren wie Dermabrasion oder Exzision. Risiken wie Pigmentveränderungen oder Narben bestehen aber auch hier. Pauschal kann man jedoch nicht sagen, wie lange eine Entfernung dauert, da es hierbei auf mehrere Faktoren ankommt. Je größer, älter und unprofessioneller ein Tattoo gestochen wurde, desto mehr Sitzungen bedarf es, bis vernünftige Ergebnisse erzielt werden können. Weiterhin macht es einen Unterschied, ob farbige oder lediglich schwarze Tattoos entfernt werden sollen. Als Faustregel kann hierbei genannt werden: je länger das Stechen gedauert hat, desto länger dauert auch die Entfernung des Tattoos.
Bei der Lasertherapie werden die Farbpigmente mittels Einsatz verschiedener Wellenlängenlaser für Bruchteile einer Sekunde auf mehrere Hundert Grad Celsius erhitzt. Dabei fallen die Partikel auseinander und werden durch die Makrophagen (weiße Blutkörperchen) über die Lymphe aus dem Körper befördert. Das Schmerzempfinden wird von vielen Personen mit dem des Tattoo-Stechens verglichen – jeder empfindet dieses jedoch als unterschiedlich stark. Zudem kommt es auch immer auf die Körperstelle an und wie viele Nervenenden dort zusammenlaufen.
Was kostet eine Tattoo-Entfernung?
Natürlich ist auch das liebe Geld ein Punkt, der bei einer Entfernung eines Tattoos nicht wegzudiskutieren ist. Genau wie das Stechen eines Tattoos hat auch die Entfernung ihren Preis – und dieser kann es teilweise ganz schön in sich haben. Genau wie bei der Frage nach der Häufigkeit der Behandlungen richtet sich die Frage der Kosten nach Größe, Farbe und Alter der Tätowierung.
So können für kleine Tattoos, sofern diese nur als Kontur ohne Schattierung und ohne viele Details vorhanden sind, etwa 50 – 100 € pro Sitzung anfallen – meist sind jedoch mehrere Sitzungen nötig. Handelt es sich jedoch um ein ganzes „Porträt“ auf großflächigen Körperregionen können die Kosten auch schon mal auf einige Hundert oder gar mehrere Tausend Euro ansteigen. Es sei also wohlüberlegt, ob man sich ein Tattoo dieser Größenordnung stechen lassen möchte und wenn ja, ob man dieses auch ein Leben lang behalten will.
Tattoo-Entfernung per Laser nur noch durch Ärzte
Hat man sich für die Entfernung einer Körpermalerei entschieden, so stellt sich die Frage: wer führt diese durch? Bis Ende 2020 war die Tattoo-Entfernung eine Dienstleistung, die jeder anbieten durfte, der einen entsprechenden Laser besaß, ein Gewerbe angemeldet und einen Laserschutzkurs absolviert hatte. Seit dem 31. Dezember 2020 dürfen Tattoos in Deutschland nur noch von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Weiterbildung oder Fortbildung per Laser entfernt werden.
Grundlage ist die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV), die der Bundesrat im Oktober 2018 beschlossen hat. Eine bestimmte Facharztrichtung, etwa Dermatologie oder plastische Chirurgie, schreibt die Verordnung nicht vor – die Approbation allein reicht aber nicht, verlangt wird zusätzlich eine entsprechende ärztliche Weiter- oder Fortbildung. Der Bundesrat folgt damit den Vorgaben des neuen Strahlenschutzrechtes, das vor allem Auswirkungen auf den Arbeitsschutz und den medizinischen Strahlenschutz hat. Zudem soll hierdurch der Schutz der Bevölkerung vor künstlichen und natürlichen Strahlen gewährleistet werden.





