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Vegane Tattoos

Nur weil du vegan lebst, musst du nicht auf Tattoos verzichten. Es gibt allerdings ein paar Punkte, die du beachten und vorab mit dem Tattoo Studio deiner Wahl besprechen solltest. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, was an einem Tattoo nicht vegan sein kann? Abgesehen von der Farbe an sich gibt es rund um das Stechen einige Produkte, die dir einen Strich durch die Rechnung machen können. Aber zunächst geht es um Details, die nur wenige beachten, aber durchaus wichtig sein können. Wenn du dich für eine/n Künstlerin entscheidest, möchtest du vielleicht vorab recherchieren, welcher Stil und welche Motive ihm oder ihr bekannt sind.

Als Veganerin fühlt es sich nämlich nicht gut an, nachträglich heraus zu finden, dass der/die Künstlerin des Vertrauens besonders gerne und oft brutale Tiermotive sticht. Nicht nur die Farbe, sondern auch die Kunst geht unter die Haut und da kann es wichtig sein, mit dem Künstler bestimmte Werte zu teilen. Das bedeutet natürlich nicht, dass dein/e Lieblingskünstlerin notgedrungen selbst vegan leben muss! Auch die Einrichtung des Studios kann eine Rolle spielen, denn wenn du den Laden betrittst und gleich auf einer Ledercouch Platz nehmen sollst, kann das schon unangenehm sein. Hier kann man noch nachfragen, ob das Möbelstück vielleicht Second Hand erworben wurde und evtl. dabei eine Unterscheidung machen. Aber wenn sämtliche Sitzmöbel im Studio aus echtem Leder sind, kann das für so manchen vegan lebenden Menschen schon ein Ausschlusskriterium sein.

Tattoofarben und Motive

Die Farbe an sich ist inzwischen zumindest tierversuchsfrei, da Tierversuche für Tattoofarben in Deutschland verboten sind. Trotzdem ist die Ink nicht automatisch auch vegan, denn viele Farben enthalten etwa Knochenkohle von Tieren, Wollwachs von Schafen oder Pigmente von Läusen. Besprich deshalb mit deinem Tattoo Studio schon vor der festen Terminvereinbarung, ob sie vegane Farben führen und welche Marke es ist, damit du diese kurz recherchieren kannst. Einige Beispiele für vegane Tattoofarben sind: Rabbits-Ink, Intenze-Tattoo-Ink, Solid-Ink, Fusion-Ink, World-Famous-Tattoo-Ink.

Vorbereitung und Nachsorge

Es kommt nicht nur auf die verwendete Ink an, denn vor, während und nach dem Stechen werden viele Produkte verwendet, die du vielleicht erst einmal nicht als vegan oder nicht-vegan auf dem Schirm hast. Folgende Produkte solltest du erfragen:

Rasierer

Bevor mit dem Aufzeichnen begonnen wird, muss deine Haut von Haaren und feinstem Flaum befreit werden. Aus Hygienegründen wird das natürlich mit Einmal-Rasierern gemacht. Aber die haben eine Gleitschicht bzw. einen Gelstreifen, der meistens eben nicht vegan ist, weil Gelatine enthalten ist.

Matrizenpapier

Mit diesem Papier wird das vorgezeichnete Motiv auf deine Haut übertragen, damit das Tattoo auch wirklich genauso aussieht, wie es vorab besprochen und designet wurde. Aber dieses Papier besteht leider in der Regel ebenfalls aus Gelatine. Es gibt vegan Varianten, aber die hat natürlich nicht jedes Studio auf Lager.

Tattooseife

Während dein Tattoo gestochen wird, muss der/die KünstlerIn immer mal wieder überschüssige Farbreste abwaschen, um das Motiv wieder zu erkennen. Das passiert mit Seife, in der meist Glycerin enthalten ist. Was viele nicht wissen: Glycerin wird normalerweise aus tierischem Fett gewonnen, es sei denn, es ist ausdrücklich angegeben, dass es aus pflanzlichem Fett gewonnen wird.

Vaseline

Auch dieses Schmiermittel wird vor und während dem Stechen auf deine Haut aufgetragen und ist zwar grundsätzlich vegan, wird jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit an Tieren getestet. Hier solltest du nachfragen, ob eine tierversuchsfreie Vaseline verwendet wird oder werden kann.

Desinfektionsmittel

Natürlich muss deine Haut, die Instrumente und die Umgebung desinfiziert werden, denn du möchtest keine Infektion riskieren! Aber auch das Desinfektionsmittel enthält zwar keine tierischen Bestandteile, wurde aber sehr wahrscheinlich an Tieren getestet. Möchtest du das nicht unterstützen, gibt es auch hier Alternativen.

Heilsalbe

In den meisten Studios bekommst du entweder eine Heilsalbe mit, oder es wird dir ganz selbstverständlich eine Panthenolsalbe empfohlen. Hier solltest du nicht einfach der Empfehlung folgen, denn diese Salben enthalten in den meisten Fällen Wollwachs aus Schafwolle. Es gibt aber sehr gute, vegane Produkte, die zum Beispiel auf Basis von pflanzlichen Ölen oder Sheabutter sind und ebenfalls heilende Inhaltsstoffe enthalten.

Veganes Tattoo oder veganes Studio?

Bestimmt hast du jetzt einige neue Sichtweisen gewonnen, wie umfangreich ein veganes Tattoo besprochen und recherchiert werden muss. Wenn es dir wirklich ernst ist und du alle Bestandteile tierversuchsfrei und vegan haben möchtest, kannst du einfach direkt in ein veganes Tattoo-Studio gehen. Ein gutes, konventionelles Tattoo-Studio wird aber sicher auch gerne auf deine Wünsche eingehen und hat bereits Alternativen auf Lager oder schafft diese an, da du bestimmt nicht der/die einzige vegane Kunde/Kundin bist!

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